Aids/ HIV Erkrankung. NEWS und FAKTS

Als in den frühen 1980er Jahren die ersten beunruhigenden Nachrichten über eine neue Krankheit die Runde machten, konnte man noch nicht das Ausmaß ahnen, das diese neue “Geißel der Menschheit”, wie sie genannt wurde, annehmen würde. Zunächst ging man davon aus, dass von ihr nur bestimmte Personengruppen mit bestimmten Lebensformen betroffen würden, zu denen die meisten sich nicht zählten, das galt vor allem zunächst für homosexuelle Männer. Auffällig wurde das Phänomen, als sich in bestimmten urbanen Umfeldern wie Los Angelos oder New York bestimmte Krebsarten häuften, von einem neuen Krebs sprach man, der bislang ganz und gar unerkannt geblieben war. Bis schließlich AIDS am 1981 als eigenständige Krankheit definiert und als Pandemie erkannt wurde.

Das “Erworbene Immundefektsyndrom” (Acquired Immune Deficiency Syndrome) zeigt sich als eine Kombination von unterschiedlichen Symptomen, die durch den Humanen Immundefizienz-Virus hervorgerufen werden und zu einem schrittweisen Zusammenbruch des Immunsystems führen. Es ist eine Erkrankung, die – zumindest nach den bisherigen Forschungen – zum Tode führt, eine Heilung ist bislang ausgeschlossen. Der aktuelle Forschungsstand lässt aber positive Entwicklungen erkennen, bereits jetzt kann man durch den Einsatz von antiretroviralen Medikamenten den Ausbruch der Krankheit bei Infizierten in der Latenzphase hinauszögern und insgesamt die Lebenserwartung und die Verbesserung der Lebensqualität der Erkrankten erreichen.

Einer Studie der UNAIDS zufolge gab es Ende 2007 etwa 33 Millionen HiV-positive Menschen, 2,7 Mio. davon sollen sich in 2007 neu infiziert haben, etwa 2 Millionen Menschen verstarben. Die Krankheit selbst wird in 3 Kategorien von A bis C eingeteilt, zu den AIDS zugeschriebenen Erkrankungen gehören unter anderem neben Candidose der Lungen, Infektionen der Leber, Milz und Lymphknoten, Herpes-Infektionen, Kaposi-Sarkom, Lymphom, Tuberkulose und Lungenentzündungen. Besonders betroffen sind die Kontinente Afrika und Asien. Der wirkungsvollste Indikator für eine Infizierung, der HIV-Test, ist aber gerade in vielen Ländern dieser Erdteile nicht flächendeckend durchführbar, geschweige denn bezahlbar.

Die Erkenntnis, dass der Virus sich über Körperflüssigkeiten – also Blut, Sperma, Vaginalsekret, Liquor cerebrosispinalis (d.h. Gehirnrückenmarksflüssigkeit) und Muttermilch – überträgt, war ein wichtiger Schritt zu vorbeugenden Empfehlungen und Maßnahmen. Nun konnten weitestgehende Risikogruppen aufgrund ihrer Berufe erkannt und entsprechend gebrieft werden (Ärzte, Heilberufe) und Risikogruppen, die aufgrund ihrer sexuellen Praktiken (häufiger Partnerwechsel, Analverkehr) in einer höheren Infizierungsgefahr standen.

Dass die Infizierung auch beim Geburtsvorgang durch die Mutter auf das Baby übertragen werden konnte, wurde lange übersehen. Bluttransfusionen wurden erst sehr spät hinsichtlich ihres Risiko entsprechend indiziert. Die Routineüberprüfung von Blutspendern verhindert das Schlimmste, lässt aber ein kleines Restrisiko offen, da seit der Infizierung eine Latenzzeit von 25 Tagen bis zur Möglichkeit liegt, den Virus per Test zu erkennen. Die Gefahr, sich über Nadeln und Kanülen anzustecken, liegt besonders bei Drogenabhängigkeiten sehr hoch.

Die Hauptübertragungsquelle allerdings wird im ungeschützten Geschlechtsverkehr gesehen, vaginal oder anal,  mit einem Partner, von dem man nicht genügend unterrichtet wird, wie häufig er seine Partner wechselt. Eine bereits vorliegende Geschlechtskrankheit erhöht das Risiko um 10 Prozent, auch während der Regelblutung der Frau steigt die Ansteckungsgefahr. Bei oralem Verkehr sinkt das Risiko, ist aber nicht gänzlich gebannt.

Ein HIV-Test darf nur durchgeführt werden. Wenn die Betroffenen mit diesem auch explizit einverstanden sind. Nach einem AIDS-Suchtest, der positiv verläuft, ist in Deutschland noch ein Bestätigungstest vorgeschrieben, um zu vermeiden, dass Menschen durch eine falsche Diagnose diskriminiert und in schwere seelische Konflikte gestürzt werden.
 Frühere Infos von der Seite:
AIDS ist ein schwieriges Thema.
Noch immer wird es tabuisiert, verdrängt, verschwiegen – und vergessen. Dabei ist AIDS-hochaktuell. AIDS ist inzwischen – unter riesigen Aufwendungen der Gesellschaft – behandelbar geworden. Heilbar oder besiegt ist es noch lange nicht.
Sehen wir den Tatsachen ins Auge: Ohne die kontinuierliche Präventionsarbeit von Selbsthilfeorganisationen, staatlichen und nichtstaatlichen Gesundheitsorganisationen und die Unterstützung von Politik, engagierten Bürgern und verantwortungsbewußten Unternehmen wäre die Situation hier in Deutschland noch weitaus kritischer. Die Deutsche AIDS-Hilfe ist äußerst besorgt über den Anstieg der HIV Neuinfektionen zwischen 10 und 20% seit Beginn des Jahres 2005.